Kreismusikschule Johann Sebastian Bach in MŁhlhausen ThŁringen
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VDM News

Musikunterricht gegen die soziale Isolation

Die √∂ffentlichen Musikschulen NRWs sind derzeit geschlossen, aber der Unterricht findet trotzdem statt ‚Äď online. Viele Musikschulen haben bei Bekanntwerden der Schulschlie√üung am 17. M√§rz die Bedarfe erkannt und blitzschnell auf Unterricht mit digitalen Hilfsmitteln umgeschaltet.
Damit reagieren die √∂ffentlichen Musikschulen tatkr√§ftig auf die Bed√ľrfnisse ihrer Sch√ľlerinnen und Sch√ľler, und zwar f√ľr alle Altersgruppen.


‚ÄěDen Unterricht jetzt ausfallen zu lassen w√§re unverantwortlich‚Äú, so Bernd Smalla, Vorsitzender des Landesverbands der Musikschulen in NRW. ‚ÄěViele Menschen haben in dieser schwierigen Situation der sozialen Isolation ein gro√ües Bed√ľrfnis nach musikalischer Bet√§tigung. Und nicht zuletzt verf√ľgen die Sch√ľlerinnen und Sch√ľler momentan √ľber ein viel gr√∂√üeres Zeitkontingent.‚Äú


Die Musikschulen berichten durchweg √ľber sehr positive Reaktionen ihrer Sch√ľlerinnen und Sch√ľler. Viele Eltern sind dankbar, dass der Unterricht weiterl√§uft. ‚ÄěWir freuen uns‚Äú, so schreiben etwa die Eltern einer Sch√ľlerin der Musikschule Hamm, ‚Äědadurch ein bisschen Normalit√§t zu haben!‚Äú

 

Positive Auswirkungen auch auf die Musikschulen selbst


Die besondere Situation setzt in vielen Kollegien großes Innovationspotential frei. Auch zwischen den Musikschulen im Land zeigt sich ein ungemein kreativer Erfahrungsaustausch und eine intensive, fruchtbare Zusammenarbeit in der Arbeit an bestmöglichen Lösungen.


Die Musikp√§dagogen greifen in der aktuellen Situation h√§ufig auf vorhandene technische M√∂glichkeiten zur√ľck. Gemeinsames Suchen und Ausprobieren von Apps, Plattformen, Unterrichtsmethoden pr√§gen derzeit den Alltag der Musikschul-Akteure. Dabei stehen die Musikschulen in st√§ndigem Austausch im Landesverband der Musikschulen in NRW (LVdM) wie auch im bundesweiten Verband deutscher Musikschulen (VdM), um gegenseitig von ihren Erfahrungen profitieren und ihre Angebote auch kurzfristig optimieren zu k√∂nnen. In den vergangenen zwei Wochen kristallisierte sich allerdings auch heraus, dass der Online-Unterricht derzeit aufw√§ndiger in der Vorbereitung und Durchf√ľhrung ist, mehr Zeit und Kraft kostet sowie ein h√∂heres Ma√ü an erg√§nzendem Kommunikationsaufwand erfordert.


Die erforderlichen Personalressourcen f√ľr den Online-Unterricht stehen den Musikschulen auch w√§hrend der Schulschlie√üung zur Verf√ľgung. Dabei sollten jedoch auch die Sch√ľler von Honorarkr√§ften nicht schlechter gestellt werden als die der Festangestellten ‚Äď zumal die Honorare der freien P√§dagogen durch den digitalen Unterricht gesichert w√§ren.

 

Und was passiert nach der Corona-Krise?


Die persönliche Begegnung beim Musizieren und Musiklernen wird immer zu den Stärken von Musikschule gehören, gar unverzichtbar bleiben. Gerade das Musizieren in Gemeinschaft mit anderen ist in den öffentlichen Musikschulen so selbstverständlich, dass dieser Verzicht in der momentanen Situation als schmerzlich, aber notwendig bewusst wird. Umso größer ist die Vorfreude auf das Musizieren in Orchestern, Bands und Chören in einer Zeit nach Corona.

 

Nachdem sich viele Musikschulen noch bis vor kurzem den digitalen Angebotsformen, Techniken und Methoden vorsichtig und bisweilen kritisch genähert hatten, sind die virtuellen Unterrichtsformen inzwischen das Gebot der Stunde. Und sie werden den klassischen Präsenz-Unterricht sicherlich verändern.
‚ÄěAus den jetzt gewonnenen Erfahrungen‚Äú, sagt Bernd Smalla, ‚Äěwerden digitale Angebote fortbestehen, die das bew√§hrte traditionelle Angebot der Musikschulen unterst√ľtzen, erweitern und bereichern k√∂nnen.‚Äú

 

www.lvdm-nrw.de

Musik steht hoch im Kurs!

 

"‚Ķ Nichts liegt mir ferner, als die aktuelle Situation sch√∂nzureden, aber ich finde, f√ľr Instrumentallehrer hat sie einen wirklich positiven Effekt. Wer sein Instrument nicht gerade hasst, der entdeckt gerade wie sch√∂n es ist, sich damit zu besch√§ftigen und Musik zu machen. Instrumentalunterricht ist zum einzigen Hobby mutiert, das weiterl√§uft. Hier bei uns ist bislang weder eine Ballettlehrerin noch ein Basketballtrainerteam aufgelaufen. Auch die Pfadfinder sind auf abgetauchten Pfaden unterwegs. Aber Klavier- und Schlagzeuglehrer halten die Stellung. Das ist echt cool!

 

Und als Eltern muss man gar nichts machen! Die Kinder beschäftigen sich aus Eigenengagement mit ihrem Instrument! Endlich erlebt man, warum 'das Kind bei der Stange halten' nicht so verkehrt war. Auch echt cool!

 

Also: Musik steht aktuell hoch im Kurs! Danke, dass Sie weiterunterrichten!

…..“

Neue Unterrichtsformate: ÷ffentliche Musikschulen sichern Teilhabe an Musik

Die √∂ffentlichen Musikschulen in Hessen halten w√§hrend der Aussetzung des Pr√§senzunterrichts aufgrund der Coronavirus-Pandemie ihre Angebote mit digitalen Formaten aufrecht. Insbesondere werden Lernvideos, virtueller Unterricht √ľber Videokonferenzen und Plattformen f√ľr das gemeinsame Arbeiten verst√§rkt eingesetzt. √úber Whiteboards lassen sich zudem Noten und Texte verschicken.

 

‚ÄěMit solchen L√∂sungen erm√∂glichen die √∂ffentlichen Musikschulen weiterhin die Teilhabe an Musik f√ľr alle sozialen Bev√∂lkerungsgruppen und tragen damit zu einem konstruktiven Umgang mit der durch das Coronavirus ausgel√∂sten schwierigen Situation bei‚Äú, sagt der Landesvorsitzende des Verbands deutscher Musikschulen, Landesverband Hessen e.V. (VdM Hessen), Michael Eberhardt.

 

Und wie funktioniert digitaler Musikunterricht? Beispielsweise treffen sich die Lehrkr√§fte mit ihren Sch√ľlerinnen und Sch√ľlern √ľber Videokonferenzen zum virtuellen Musikunterricht. Das l√§sst sich mit g√§ngigen Smartphones, Tablets oder Laptops umsetzen. Der Ablauf √§hnelt einer pers√∂nlichen Musikstunde: Sch√ľlerinnen und Sch√ľler spielen etwas vor, die Lehrkraft h√∂rt und sieht zu, ermutigt, gibt Tipps, korrigiert und demonstriert, wie es klingen sollte. Auch der Unterricht f√ľr kleine Gruppen mit drei oder vier Teilnehmenden ist so m√∂glich.

 

Die Kommunikation zwischen den Musiksch√ľlern und ihren Lehrkr√§ften ist allerdings begrenzt. Bedingt durch zeitliche Verz√∂gerung der digitalen Medien gehen direkte Hinweise etwa zum Anschlag und der Spieltechnik verloren. Dies wirkt sich auf den Klang und die Fingerbewegungen aus. ‚ÄěDas birgt jedoch auch Chancen im besten Sinne der Pers√∂nlichkeitsbildung, weil die Selbst√§ndigkeit der Musiksch√ľlerinnen und Musiksch√ľler durch das selbstbestimmte Umsetzen von Aufgaben st√§rker gef√∂rdert wird‚Äú, erkl√§rt Hans-Joachim Rie√ü, Landesgesch√§ftsf√ľhrer des VdM Hessen.

 

An seine Grenzen gerät der digitale Unterricht beispielsweise bei der Elementaren Musikpädagogik in Großgruppen von rund zwölf Kindern, wie sie direkt an der Musikschule oder an Kindertagesstätten angeboten wird. Hier können bestenfalls ganze Unterrichtseinheiten mit Bewegungsspielen und Liedern an die Eltern gesendet werden. Diese setzen die Inhalte dann gemeinsam mit den Kindern um. Unterricht in Ensemble- und Ergänzungsfächern mit noch größerer Personenzahl lässt sich kaum digital ersetzen.

 

In Hessen haben sich 66 √∂ffentliche Musikschulen unter dem Dach des VdM Hessen organisiert. Ihre rund 2.700 musikp√§dagogisch qualifizierten Fachlehrkr√§fte vermitteln circa 130.000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die au√üerordentliche Vielfalt der Musik. Weil die √∂ffentlichen Musikschulen derzeit ihren Betrieb nur teilweise aufrecht erhalten k√∂nnen, sehen sie sich mit einem Ausfall von Unterrichtsgeb√ľhren konfrontiert. Diese machen bis zu 80 Prozent der Gesamtfinanzierung aus.

 

Zur Existenzfrage wird die aktuelle Sitation besonders f√ľr die an den Musikschulen t√§tigen, selbst√§ndigen Honorarlehrkr√§fte. Hierzu verweist der Landesvorsitzender Michael Eberhardt auf die beiden Staatsminister des Hessischen Wirtschafts- und des Finanzministeriums, ‚Äědie nun klar zum Ausdruck gebracht haben, dass Zusch√ľsse nicht nur an Unternehmen, sondern auch an Vereine, Verb√§nde, Soloselbst√§ndige sowie K√ľnstlerinnen und K√ľnstler gew√§hrt werden k√∂nnen, die zudem nicht zur√ľckgezahlt werden m√ľssen‚Äú. Zu den ersten Informationen geh√∂rt auch, dass das Regierungspr√§sidium Kassel sowohl f√ľr die √∂ffentlichen Musikschulen als auch f√ľr die Honorarlehrkr√§fte Ansprechpartner f√ľr alle Antr√§ge auf Soforthilfe ist.

Musikschule digital: Aus Pilotprojekt wird Realitšt

Seit Montag, 16. April 2020, f√§llt f√ľr rund 38.000 Musiksch√ľler in Schleswig-Holstein der Musikschulunterricht aus. Die Schlie√üung der Musikschulen ist eine Ma√ünahme, um die Verbreitung des Coronavirus (COVID-19) einzud√§mmen. F√ľr mindestens vier Wochen bleiben die T√ľren der Musikschulen geschlossen. Neue Anregungen, Lernfortschritte, Hilfestellungen und das gemeinsame Musizieren k√∂nnen derzeit nur digital vermittelt werden. Viele Musikschule in Schleswig-Holstein profitieren nun von den Projektergebnisse des Erprobungsvorhabens ‚ÄěMoMu.SH ‚Äď Mobil Music Schleswig-Holstein‚Äú.

 

Der Landesverband der Musikschulen in Schleswig-Holstein hat sich in den vergangenen Jahren f√ľr die Digitalisierung der Musikschullandschaft ma√ügeblich eingesetzt. Durch das vom Bundesministerium f√ľr Ern√§hrung und Landwirtschaft gef√∂rderte Pilotprojekt ‚ÄěMoMu.SH ‚Äď Mobil Music Schleswig-Holstein‚Äú, wurden innerhalb von zwei Jahren insgesamt 25 Musikschullehrkr√§fte zu sogenannten ‚ÄěMobile Music Mentors‚Äú ausgebildet. Sie wurden dazu bef√§higt, Apps auf Tablets und Smartphones didaktisch und p√§dagogisch wertvoll in den Musikschulunterricht einzubinden.

 

Mittlerweile haben sich die digitalen Begleiter im Musikschulalltag bew√§hrt und werden von vielen Lehrkr√§ften an VdM-Mitgliedsschulen als Hilfsmittel, zur Lernmotivation, als Notenmappe oder als Unterst√ľtzung in Form eines virtuellen Instruments eingesetzt. Das technische Verst√§ndnis und die Kenntnisse √ľber neue Methodik und Didaktik von digitalen Unterrichtsformen sind nun besonders wertvoll, da viele Lehrkr√§fte und Sch√ľler sofort mit Online-Angeboten loslegen k√∂nnen. ‚ÄěMit MoMu.SH sind wir jetzt schon da, wo andere noch erproben m√ľssen‚Äú, fast Projektleiterin und Gesch√§ftsf√ľhrerin des Landesverbands der Musikschulen in Schleswig-Holstein Dr. Rhea Richter zusammen.

 

Insbesondere in den Fl√§chenkreisen wie Schleswig-Flensburg und Pl√∂n, aber auch in Norderstedt oder in der Landeshauptstadt Kiel, bem√ľhen sich die Musikschulen und ihre Lehrkr√§fte kurzerhand Online-Musikschulunterricht zu erm√∂glichen. ‚ÄěWir sind froh, dass viele unserer Musikschulen sofort startbereit sind und Musikschulunterricht nicht g√§nzlich ausfallen muss. Auch die Sch√ľler und Eltern sind hoch erfreut √ľber die Fortsetzung der kulturellen Teilhabe, zumal es in der aktuellen Situation eine gewisse Stabilit√§t bietet‚Äú, so Willi Neu, Vorsitzender des Landesverbandes der Musikschulen und Leiter der Kreismusikschule Schleswig-Flensburg.

 

Es wird deutlich, wie wichtig eine fortlaufende F√∂rderung und ein Ausbau der Digitalisierung ist. Noch sind nicht alle Musikschulen in der Lage, kurzfristig den Unterricht online weiterzuf√ľhren. W√§hrend die Musiksch√ľler dann unter der Unterbrechung der musikalischen Bildung leiden, steht f√ľr rund 63 Prozent der Musikschullehrkr√§fte in Schleswig-Holstein die eigene Existenz auf der Kippe. In Schleswig-Holstein arbeiten √ľber 700 Lehrkr√§fte auf Honorarbasis und werden demnach nur f√ľr jede durchgef√ľhrte Unterrichtsstunde bezahlt. Durch die Schlie√üung der Musikschulen bleibt in den meisten F√§llen nun die Lohnzahlung der Honorarkr√§fte aus, denn nicht alle Musikschulen im Land k√∂nnen eine fortlaufende Bezahlung in der aktuellen Situation tragen. Die M√∂glichkeit von offiziell anerkanntem Online-Musikschulunterricht kann in Krisenzeiten also Existenzen sichern.

Erstes Online-Konzert auf YouTube

Die spontane Idee der Deutschen Streicherphilharmonie, am Abend ihres ersten wegen Covid-19 abgesagten Konzertes in Gevelsberg ein Online-Konzert per Video-Zusammenschnitt zu geben, wurde in dieser Woche deutschlandweit unter anderem in den Online-Ausgaben von S√ľddeutsche Zeitung, WELT und nmz unter dem Titel ‚ÄěMusiker nutzen in Corona-Zeiten das Internet als B√ľhne‚Äú angek√ľndigt.

 

P√ľnktlich zum urspr√ľnglich geplanten Konzertbeginn ging das Video am Freitagabend, 27. M√§rz, um 19.30 Uhr auf YouTube online: https://www.youtube.com/watch?v=soYyITGhkwI

EILT: Stundung der Sozialversicherungsbeitršge fŁr Mšrz/April ? noch heute (26. Mšrz 2020) beantragen!

Hier eine Mitteilung des Bundesverbandes mittelst√§ndische Wirtschaft (BVMW), die evtl. f√ľr alle Musikschulen in privat-rechtlicher Tr√§gerschaft von Interesse ist:

 

Alle von der Corona-Krise betroffenen Unternehmen k√∂nnen sich kurzfristig die Sozialversicherungsbeitr√§ge f√ľr die Monate M√§rz und April 2020 stunden lassen. Der Antrag ist noch bis heute, 26. M√§rz 2020 einzureichen.

Stundungen k√∂nnen l√§ngstens bis zum F√§lligkeitstag f√ľr die Beitr√§ge des Monats Juni 2020 gew√§hrt werden.¬†

 

Achtung: Um die Beitr√§ge f√ľr M√§rz noch stunden zu lassen, m√ľssen sich die betroffenen Unternehmen bis sp√§testens am Donnerstag, den 26. M√§rz 2020, formlos unter Bezug auf Notlage durch die Corona-Krise und Paragraf ¬ß 76 SGB IV direkt an ihre jeweils zust√§ndigen Krankenkassen wenden, die ihre Sozialversicherungsbeitr√§ge erhebt.

 

Einen Musterantrag f√ľr die Krankenkasse k√∂nnen Sie hier abrufen:
https://www.bvmw.de/themen/coronavirus/downloads/

Die Pressemitteilung des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung dazu finden Sie hier:https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/presse/pressemitteilungen/2020/PM_2020-03-25_Beitragsstundungen.pdf .

Coronakrise: Musiklehrende massiv in ihrer Existenz bedroht

Die Auswirkungen der Coronakrise bedrohen die Musiklehrerinnen und Musiklehrer in selbst√§ndiger T√§tigkeit massiv in ihrer Existenz. In der Regel m√ľssen sich die freiberuflich Unterrichtenden selbstst√§ndig versichern und werden auch nur f√ľr die gegebenen Stunden honoriert. F√ľr den Instrumental- und Vokalunterricht ist der Pr√§senzbetrieb im Grundsatz die Voraussetzung, das Unterrichten √ľbers Netz kann nur additiv im Sinne einer betreuenden Funktion erfolgen. Durch die derzeitigen Ma√ünahmen zur Verlangsamung der Verbreitung des Coronavirus entf√§llt der Pr√§senzunterricht f√ľr Wochen, m√∂glicherweise f√ľr Monate.

 

Hierzu Prof. Martin Maria Kr√ľger, Pr√§sident des Deutschen Musikrates: ‚ÄěDie freiberuflichen Musiklehrenden sichern einen Gro√üteil des Instrumental- und Vokalunterrichts in unserem Land. Sie sind in den meisten F√§llen sozial nicht bzw. nur rudiment√§r abgesichert und befinden sich mit ihrem Jahresbruttoeinkommen h√§ufig in einer ohnehin schon als prek√§r zu bezeichnenden Besch√§ftigungssituation. Der Deutsche Musikrat fordert L√§nder und Gemeinden auf, die Angeh√∂rigen dieses Berufsstandes, der f√ľr unsere kulturelle Vielfalt so bedeutsam ist, in ihren Existenzen zu sichern.

Der Deutsche Musikrat hat sich seit Anfang M√§rz f√ľr unb√ľrokratische und rasche L√∂sungen engagiert. Wir sind froh √ľber das von der Bundesregierung beschlossene und vom Bundestag und Bundesrat in dieser Woche zu beratende Hilfspaket und danken der Kulturstaatsministerin f√ľr ihr erfolgreiches Eintreten f√ľr die Kulturschaffenden.‚Äú

 

Weiterf√ľhrende Informationen finden Sie auf https://www.musikrat.de/musikpolitik/corona.

 

Medien kŁndigen erstes Online-Konzert(chen) an

Die spontane Idee der Deutschen Streicherphilharmonie, am Abend ihres ersten wegen Covid-19 abgesagten Konzertes in Gevelsberg ein Online-Konzert(chen) per Video-Zusammenschnitt zu geben, hat deutschlandweit Beachtung gefunden. Die¬†f√ľr den 27.3. geplante Video-Ver√∂ffentlichung wird unter anderem in den Online-Ausgaben (24.3.2020) von S√ľddeutsche Zeitung, WELT und nmz unter dem Titel ‚ÄěMusiker nutzen in Corona-Zeiten das Internet als B√ľhne‚Äú angek√ľndigt.

Corona-Krise: Bundeskabinett verabschiedet Dreiklang an GegenmaŖnahmen

Das Bundeskabinett hat heute ein milliardenschweres Hilfspaket zur Unterst√ľtzung von Unternehmen und Solo-Selbst√§ndigen beschlossen, das auch f√ľr den Kultur- und Medienbereich nutzbar ist. Am Mittwoch soll das Ma√ünahmenpaket im Deutschen Bundestag zur Abstimmung gestellt werden und am Freitag im Bundesrat. Der Dreiklang an Ma√ünahmen, Betriebsmittelzusch√ľsse, Unterst√ľtzung bei pers√∂nlicher Notlage und Erh√∂hung der Schutzma√ünahmen, erg√§nzen die bislang beschlossenen Ma√ünahmen, wie z.B. der erleichterte Zugang zum Kurzarbeitergeld. An mittlere und gro√üe Unternehmen auch aus der Kultur- und Kreativwirtschaft richten sich Kreditprogramme der KfW sowie ein Wirtschaftsstabilisierungsfonds.

Ziel der Bundesregierung ist es, dass die Hilfen möglichst schnell bei den Antragstellern ankommen.

Betriebsmittelzusch√ľsse: Kleinunternehmen sowie Solo-Selbst√§ndige, das hei√üt gerade auch K√ľnstlerinnen und K√ľnstler und kleine kulturwirtschaftliche Unternehmen, k√∂nnen Zusch√ľsse beantragen, wenn sie durch die Corona-Pandemie einen Liquidit√§tsengpass haben. Solo-Selbst√§ndige und Kleinbetriebe mit bis zu f√ľnf Besch√§ftigten k√∂nnen f√ľr die Dauer von drei Monaten einen Betriebsmittelzuschuss von 9.000 Euro beantragen, Betriebe mit bis zu 10 Besch√§ftigten einen Zuschuss bis zu 15.000 Euro.


Pers√∂nliche Lebensverh√§ltnisse: Bei der Grundsicherung (ALG II) gilt f√ľr einen befristeten Zeitraum bis September, dass R√ľcklagen nicht zuerst aufgebraucht werden m√ľssen, bevor die Grundsicherung greift. Auch werden Miete- und Mietnebenkosten ohne weitere Pr√ľfung √ľbernommen. Vielen Kulturschaffenden wird damit dieser Weg der Nothilfe ge√∂ffnet.


Erh√∂hung der Schutzmechanismen: Um K√ľndigungen von Mietr√§umen, wie Ateliers, Prober√§umen und Clubs, zu vermeiden, soll befristet bis September eine K√ľndigung aufgrund von Mietschulden nicht m√∂glich sein. Ebenfalls wurden Vorschriften im Insolvenzrecht gelockert.

 

Dar√ľber hinaus haben verschiedene Bundesl√§nder bereits Hilfsma√ünahmen speziell auch f√ľr Solo-Selbst√§ndige aus dem Kultur- und Medienbereich angek√ľndigt.

Der Gesch√§ftsf√ľhrer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: ‚ÄěIch bin sehr froh, dass die Bundesregierung so schnell handelt und vor allem, dass sie die Solo-Selbst√§ndigen, also auch freiberuflichen K√ľnstlerinnen und K√ľnstler, sowie besonders die kleinen kulturwirtschaftlichen Unternehmen im Blick hat, denen in der Regel mit Krediten wenig geholfen ist. Zusammen mit den Ma√ünahmen der L√§nder wird hier ein wichtiges Signal f√ľr den Kultur- und Medienbereich gesetzt. Nach wie vor auf der Tagesordnung ist eine Anhebung des Bundeszuschusses zur K√ľnstlersozialkasse auf 50%, die die abgabepflichtigen Unternehmen, nicht nur der Kultur- und Kreativwirtschaft, deutlich entlasten w√ľrde. Ohne die kreativen Impulse von K√ľnstlerinnen und K√ľnstlern und aus der gesamten Kulturszene, werden wir die Krise als Gesellschaft nicht durchstehen k√∂nnen. Ich bin froh, dass die Bundesregierung dies auch so sieht. Deshalb muss jetzt, nachden die Nothilfe auf den Weg gebracht wurde, √ľber ein spezielles Kulturf√∂rderprogramm in Zeiten der Krise gesprochen werden.‚Äú
 

https://www.kulturrat.de

 

Brief der Bundesvorsitzenden des VdM an die Tršger der VdM-Musikschulen, die Musikschulleitungen und Lehrkršfte

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

liebe Kolleginnen und Kollegen!

 

Nun ist Corona √ľber uns hereingebrochen, und es gibt kaum einen Bereich unseres privaten und beruflichen Lebens, in dem unsere einge√ľbten Verhaltensmuster, unsere spontanen wie auch erfahrungsgest√ľtzten Einsch√§tzungen, die Quellen unserer Motivation, unser Bed√ľrfnis nach N√§he, nach Anerkennung, unsere Freude an Wirksamkeit nicht in Frage gestellt sind und neuer Orientierung bed√ľrfen. Die Geschwindigkeit, mit der sich st√ľndlich alles Gewohnte ver√§ndert, ist schier nicht zu erfassen.

 

Einige werden sich in letzter Zeit auch gefragt haben, wo wir mit dem, was wir im Bewusstsein um die gesellschaftliche Relevanz unserer Arbeit tun, in der √∂ffentlichen Wahrnehmung √ľberhaupt vorkommen: Zwischen Regelschule auf der einen Seite und den selbst√§ndigen K√ľnstlerinnen und K√ľnstlern auf der anderen Seite fehlte der Bereich der musikalischen Bildung. Im Spannungsfeld zwischen Lebensnotwendigem wie Krankenh√§usern, Lebensmittelgesch√§ften und Tankstellen auf der einen und zeitweilig eher Verzichtserkl√§rung wie bei Kirchen, Theatern und Bordellen auf der anderen Seite suchte man vergeblich den Stellenwert unserer Angebote. Dass wir dann irgendwann doch relevant genug waren, um per Regierungsverlautbarung geschlossen zu werden, mag uns somit fast zynisch vorkommen.

 

Was in ‚Äěnormalen‚Äú Zeiten einzelne Mitgliedsschulen durchleben, deren kommunales Umfeld sich pl√∂tzlich komplett ver√§ndert, deren Existenz bedroht ist, entwickelt sich nun zu einer kollektiven Erfahrung, zu einem gemeinsamen Lebensgef√ľhl der gesamten Musikschul-Familie. Die Sorge um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ob angestellt oder frei, unsere Verantwortung f√ľr den Erhalt der f√ľr musikalische Bildung lebenswichtigen Strukturen schiebt sich in der Priorit√§tenliste vor manches andere attraktive und √∂ffentlichkeitswirksame Projekt. Wir sp√ľren mehr als in ‚Äěguten Zeiten‚Äú den Wert der Verl√§sslichkeit von Anstellungsverh√§ltnissen, Tarifvertr√§gen und langfristigen F√∂rderzusagen.

 

Viele von uns ergreifen die Chance, die M√∂glichkeiten der Digitalisierung noch offensiver, noch fr√ľher und noch intensiver zu nutzen: f√ľr die Aufrechterhaltung des Unterrichtes, f√ľr kollegiale Abstimmung, f√ľr Fortbildung und schlie√ülich das gro√üe Bed√ľrfnis, in Verbindung zu bleiben. Dabei wird vielleicht zwischenzeitlich die Anwendung der Bestimmungen des Datenschutzes im Einzelfall auf Verh√§ltnism√§√üigkeit zu √ľberpr√ľfen sein. Eine gute Kommunikation mit den Eltern unserer Kinder und Jugendlichen ‚Äď vielleicht eine neue Aufgabe und Chance f√ľr Elternvertretungen und F√∂rdervereine ‚Äď k√∂nnte dabei helfen, f√ľr ein Aufrechterhalten der Geb√ľhrenzahlungen oder den Verzicht auf Erstattungen und Abmeldungen zu werben, zum Beispiel, indem der Wert und die Bedeutung einer digital gest√ľtzten Fortsetzung des Unterrichtes erfolgreich vermittelt wird. Unser letztes Kongress-Motto ‚ÄěMusik teilen ‚Äď Menschen gewinnen‚Äú erh√§lt so f√ľr die Musikschulen eine noch einmal gesteigerte Relevanz.

 

Bei all dem auf uns einst√ľrzenden Regelungsbedarf werden sich viele sicherlich die Frage stellen, woraus wir als Musikerinnen und Musiker, als Lehrende, als Verantwortliche f√ľr die Erm√∂glichung von Musik und musikalischer Bildung unsere Motivation n√§hren.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, trotz unserer eigenen guten k√ľnstlerisch-p√§dagogischen Ausbildung, berufsbegleitenden Lehrg√§nge, sonstigen Fort- und Weiterbildungen m√ľssen wir heute auf einige unserer musikertypischen St√§rken bauen: auf unser Qualit√§tsbewusstsein, unser Improvisationsverm√∂gen, unsere Sensibilit√§t ‚Äď auch f√ľr leise T√∂ne ‚Äď und auf unseren langen Atem. Die Situation fordert jetzt noch mehr als sonst ein schnelles Handeln. Auch da brauchen wir Musiker-Qualit√§ten: Verzeihen wir uns und unseren Partnern Fehler oder vorschnelle und unabgestimmte Handlungen, die im Eifer des Gefechts sicher nicht ausbleiben, und blicken wir wie auf dem Podium bei einem guten Konzert nicht ver√§rgert nach hinten, sondern mutig nach vorn!

 

Wir w√ľnschen Ihnen und uns, dass wir in der Krise unseren Blick sch√§rfen f√ľr das, was wirklich wesentlich ist, dass in der Krise unsere Kreativit√§t und Solidarit√§t w√§chst, und dass uns die Orientierung, das Gesp√ľr f√ľr das rechte Ma√ü und die Verh√§ltnism√§√üigkeit nicht verloren gehen.

 

Wir als VdM begreifen es als unsere Aufgabe,

  • Ihnen so aktuell wie m√∂glich, verl√§ssliche und verst√§ndliche Informationen in allen rechtlichen Fragen um Lohnfortzahlung, Honorare, Schulgeldeinnahmen, Datenschutz, etc. zukommen zu lassen,
  • Sie in praktischen Fragen rund um die Digitalisierung, wie Online-Unterricht, Online-Konferenzen etc. mit Rat und Best-Practice-Beispielen zu unterst√ľtzen,
  • uns in allen Aktivit√§ten mit den Landesverb√§nden optimal abzustimmen.
  • auf Bundesebene bei den kommunalen Spitzenverb√§nden, bei den zust√§ndigen Ministerien, in der Kultusministerkonferenz, im Deutschen Musikrat und im Deutschen Kulturrat f√ľr die Bedeutung au√üerschulischer musikalischer Bildung zu werben und den Unterst√ľtzungsbedarf wirksam zu unterstreichen.

 

Wenn uns das gelingt, haben wir die Chance, aus dieser Krise gest√§rkt und mit einem klaren Blick f√ľr das, was wirklich tragf√§hig ist, hervorzugehen. Vielleicht sogar mit dem guten Gef√ľhl, erfahren zu haben, dass wir ‚Äď an einem Strang ziehend ‚Äď gemeinsam viel erreichen k√∂nnen.

 

Dies ‚Äď dazu eine wehrhafte Gesundheit ‚Äď w√ľnschen wir allen Tragenden, Leitenden und Lehrenden unserer Musikschulen,

danken Ihnen f√ľr Ihre Wachsamkeit, Ihren Einsatz und die √úbernahme von Verantwortung

und gr√ľ√üen Sie herzlich

 

Ulrich Rademacher           und           Friedrich Koh Dolge

Bundesvorsitzender                           Stellv. Bundesvorsitzender

 

Brief der Bundesvorsitzenden des VdM an die Träger der VdM-Musikschulen, die Musikschulleitungen und Lehrkräfte vom 23. März 2020

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