Kreismusikschule Johann Sebastian Bach in Mühlhausen Thüringen
Sie sind hier: Startseite

VDM News

Trauer um Rudolf Knop

Rudolf Knop, GrĂŒnder und langjĂ€hriger Leiter der Musikschule der Stadt Wolfsburg, war von 1970 bis 1992 stellvertretender Vorsitzender und von 1993 bis 1995 Vorsitzender des Landesverbandes niedersĂ€chsischer Musikschulen sowie von 1993 bis 1995 Mitglied im Bundesvorstand des Verbandes deutscher Musikschulen. 

 

Musik und Musikvermittlung waren fĂŒr Rudolf Knop bis ins hohe Alter Herzensangelegenheit und bestimmender Lebensinhalt. DafĂŒr, dass vor allem junge Menschen einen ungehinderten Zugang zu guter musikalischer Bildung erhalten und in ihren musikalischen Talenten gefördert werden, hat sich Rudolf Knop erfolgreich sowohl im Hauptberuf als auch ehrenamtlich eingesetzt.

 

Mit seinen klaren Vorstellungen zu QualitĂ€tsstandards in der musikalischen Bildung war er immer treibende Kraft und hat die Entwicklung des Musikschulwesens auf Bundes- und Landesebene wesentlich geprĂ€gt. Das heutige engmaschige Netz kommunal verantworteter Musikschulen ist auch ein Verdienst von Rudolf Knop, der dafĂŒr zeitlebens unermĂŒdlich gekĂ€mpft hat. Auch viele Jahre nach seinem Eintritt in den Ruhestand brachte er seine Fachkompetenz in die studien- und berufsvorbereitende Ausbildung talentierter junger Musikerinnen und Musiker ein.

 

Rudolf Knop starb kurz vor Vollendung seines 92. Lebensjahres.

Musikschularbeit mit und nach Corona

Rund 160 Musikschulleitungen, kommunale Vertreterinnen und Vertreter sowie GĂ€ste aus Politik und Kultur begrĂŒĂŸte der Landesverband der Musikschulen Baden-WĂŒrttembergs am 11. September 2020 im Hospitalhof in Stuttgart. Einmal im Jahr treffen sich die Vertreterinnen und Vertreter der 213 öffentlichen und gemeinnĂŒtzigen Musikschulen im Land, deren TrĂ€ger- und Fachverband der Landesverband der Musikschulen ist.

 

Die VerbandsprĂ€sidentin Marion Gentges MdL ließ das letzte Jahr Revue passieren und erinnerte noch einmal daran, welche Kraft Musik aufbringen kann, indem sie von den Balkonkonzerten in Italien erzĂ€hlte. Sie bezeichnete Musik als besondere Medizin in dieser besonderen Zeit. Außerdem dankte sie dem Verband und seinen Mitgliedern fĂŒr die aktive Arbeit zum Erreichen der Erhöhung der Landesförderung. Kurz vor Weihnachten 2019 wurde die Erhöhung auf 12,5 Prozent dann final bewilligt. „Das ist ein Signal der WertschĂ€tzung gegenĂŒber der Arbeit der Musikschulen in Baden-WĂŒrttemberg“, schloss sie ihr ResĂŒmee.

 

Den Hauptvortrag hielt Susanne Eisenmann, Ministerin fĂŒr Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-WĂŒrttemberg, die zum ersten Mal an einer Mitgliederversammlung des Landesverbandes der Musikschulen teilnahm. Die Ministerin betonte in ihrer Rede, dass Musik weit mehr als Unterhaltung und Zeitvertreib ist und eine andere Sicht auf die Welt ermöglicht. „Es fehlt was, wenn Musik nicht mehr prĂ€sent ist“, sagte sie in Bezug auf die Coronazeit. Sie fĂŒhrte noch einmal aus, wie es zur Erhöhung der Landesförderung im Jahr 2019 von 10 auf 12,5 Prozent kam und dankte hier dem Landesverband fĂŒr seine Ă€ußerst engagierte Arbeit. Das Ziel, schließlich 15 Prozent Landesförderung zu erhalten, quotierte sie mit einer Einladung zu weiteren GesprĂ€chen. Ihren Vortrag schloss sie mit den Worten: „Ohne Musik fĂ€nde ich es ver-störend.“

 

Musikalisch umrahmt wurde die Mitgliederversammlung von einem BlechblĂ€serquintett aus Mitgliedern des Landesjugendorchesters. JĂłn Vielhaber und Annika Muras (Trompete), Apollonia Meier (Horn), Julian Pfeil (Posaune) und Louis Jakobs (Tuba) unterhielten die Zuhörerinnen und Zuhörer mit drei SĂ€tzen aus „Fancies, Toyes and Dreames for Brass Quintet“ von Giles Farnaby und dem „Scherzo“ von John Cheetham.

Kultur Lichter - Deutscher Preis für kulturelle Bildung

Kulturelle Bildung ermöglicht die Teilhabe an Kunst, Kultur und Gesellschaft, stĂ€rkt KreativitĂ€t und AusdrucksfĂ€higkeit. Bund und LĂ€nder haben daher einen neuen Preis fĂŒr digitale kulturelle Bildung ins Leben gerufen. Ziel ist es, mit der Auszeichnung „KULTURLICHTER – Deutscher Preis fĂŒr kulturelle Bildung“ Projekte und Projektideen zu fördern, die digitale Instrumente in der kulturellen Bildung und der Kulturvermittlung innovativ einsetzen. Die Projekte oder Konzepte sollen der StĂ€rkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts dienen, ĂŒbertragbar und fĂŒr andere Kultureinrichtungen nutzbar sein, und den Wissenstransfer und die Vernetzung von Kultur- und Bildungseinrichtungen fördern.

 

Am Wettbewerb können teilnehmen alle gemeinnĂŒtzigen Kultureinrichtungen und -initiativen aus den Bereichen Musik, Theater, bildende, darstellende und angewandte Kunst, Literatur, Soziokultur, Film, Medien, Digitales und verwandte Formen sowie kulturgutbewahrende Einrichtungen nach §2 KGSG und Körperschaften des öffentlichen Rechts. Privatpersonen sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

 

Voraussetzung ist, dass sich jede Einrichtung oder Initiative mit einem konkreten Projekt bewirbt, wobei je TrÀger pro Jahr nur ein Projekt zugelassen wird. Es kann entweder als Konzept vorliegen oder sich bereits in der Umsetzung befinden, muss die Effekte und Wirkungen bei den Zielgruppen plausibel belegen oder in Aussicht stellen können. Als Kooperationspartner können Einrichtungen der kulturellen Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung wie auch Bildungseinrichtungen mitwirken.

 

WettbewerbsbeitrĂ€ge können vom 3. August bis zum 16. Oktober 2020 ausschließlich ĂŒber das Online-Formular eingereicht werden.

 

Weitere Informationen zu den Teilnahmebedingungen und zur Onlinebewerbung unter https://kulturlichter-preis.de.

Gemeinsam online Musizieren

 

In seinem Beitrag "Gemeinsam online Musizieren“ auf den Internetseiten der Forschungsstelle Appmusik der UniversitĂ€t der KĂŒnste Berlin stellt der Leiter der Forschungsstelle, Matthias Krebs, eine umfangreiche und strukturierte Sammlung von knapp 40 unterschiedlichen Online-Musikplattformen vor, die dazu verwendet werden können, mit anderen Menschen ĂŒber das Internet musikalisch in Interaktion zu treten.

 

Eine nĂ€here ErlĂ€uterung zur Systematik, die dieser Sammlung zugrunde liegt, erscheint im gleichnamigen Zeitschriftenartikel in der Fachzeitschrift Üben&Musizieren, Ausgabe 5_2020 (Oktober/November 2020).

 

Der Beitrag ist auch ein Mitmach-Projekt und soll vorhandene Erfahrungen bĂŒndeln und so das Thema noch weiterentwickeln.

 

Mit zahlreichen Videos zur Illustration ist der Beitrag veröffentlicht unter http://forschungsstelle.appmusik.de/gemeinsam-online-musizieren/.

 

Junge Künstler begeistern ihr Publikum

Weikersheim. Regelrecht herbeigesehnt hat das Publikum das erste Orchesterkonzert nach der Corona­Pause: Etwa 130 Musikfreunde hatten das GlĂŒck, Karten zu ergattern. Mindestens ebenso herbeigesehnt haben auch die jungen Musiker ihren ersten gemeinsamen Auftritt nach vier Monaten Einzelspiel.

 

Auch das Tauberphilharmonie­Team freute sich auf den Abend: „Endlich ist hier wieder ein Streichorchester zu hören, endlich bringen wieder Jugendliche Leben ins Haus“, so Intendant Johannes Mnich in seiner kurzen BegrĂŒĂŸung des Publikums und der knapp 30 Mitglieder des mit Mitgliedern im Alter von elf bis 20 Jahren jĂŒngsten Streichorchesters der Republik.  

 

Eigentlich gehören dieser 1973 als „Rundfunk-Musikschulorchester“ der DDR gegrĂŒndeten Formation rund 70 Streichertalente der Musikschulen aus dem gesamten Bundesgebiet an. Zu erleben war am Mittwoch rund die HĂ€lfte des Auswahlorchesters, das seit 1991 vom Verband deutscher Musikschulen getragen wird.

 

 

Premiummitglied

Als „Deutsche Streicherphilharmonie“, kurz DSP, gehört das Orchester zu den Premiummitgliedern der Jeunesses Musicales Deutschland, wie JMD-GeneralsekretĂ€r Ulrich WĂŒster verriet.

 

Die Covid 19-Pandemie fordert auch Musikern die Einhaltung von Distanz- und Hygieneregeln ab und erzwang eine Orchesterteilung fĂŒr die Proben- und Arbeitsphase in Weikersheim. Dirigent Wolfgang Hentrich, Erster Konzertmeister der Desdner Philharmonie und seit 2013 Chefdirigent des jungen Orchesters, machte gemeinsam mit der JMD und der Musikakademie Schloss Weikersheim aus der Corona-Not eine Tugend und buchte zwei unmittelbar aneinander anschließende·viertĂ€gige Arbeitsphasen fĂŒr jeweils etwa die HĂ€lfte der jungen Musiker.

 

FĂŒr Freunde der Streichmusik sorgt das gleich doppelt fĂŒr Freude, denn sie kommen in den Genuss von gleich zwei Konzerten in der Tauberphilharmonie: Das zweite·in dann neuer Besetzung und variiertem Programm – einzelne Karten können noch geordert werden unter https://www.tauberphilharmonie.de/programm-tickets – folgt am Sonntag, 12. Juli, um 19.30 Uhr. Am Mittwoch erwiesen die jungen Musiker und Musikerinnen zunĂ€chst Ludwig von Beethoven ihre Reverenz mit der Orchesterfassung des dritten Satzes aus Beethovens letztem abgeschlossenen, als Streichquartett konzipierten Werk op. 135. Weich, fein moduliert, unglaublich exakt und ausdrucksstark ließ das junge Orchester das Publikum den Zauber des SpĂ€twerks erleben: Fragen und suchen, sehnen und lassen scheint der Komponist kurz vor seinem Tod in ein ,,Ja" ausklingen zu lassen.

 

14-JĂ€hrige brilliert

Im zweiten und dritten Satz aus Joseph Haydns Violinkonzert C-Dur brillierte die erst 14-jĂ€hrige aus Spanien stammende Geigerin Julia Duenas als Solistin des Orchesters, ehe sie mit „Obsession“, dem ersten Satz der als „Thibaud-Sonate“ bekannten Solo-Violinensonate No. 2 von EugĂšne-Auguste YsaĂże, begeisterte. Wie die zierliche Violinistin die Bach-Zitate und das Dies-Irae-Thema, die rasanten Stimmungs- und Tempiwechsel umsetzte, be- und verzauberte das Publikum im Saal ebenso wie das auf der BĂŒhne lauschende Orchester: Völlig neidlos mischte sich der durch klopfende Bögen ausgedrĂŒckte Beifall des Orchesters in den hoch verdienten Beifall des Publikums. Kein Wunder, dass diese bereits mit etlichen internationalen Preisen ausgezeichnete junge KĂŒnstlerin bereits mit der DSP, Stargeigerin Lidia Baich und dem Radio-Symphonieorchester Wien auftrat.

 

Antonin DvořĂĄk 1875 entstandene fĂŒnfsĂ€tzige Streicherserenade E-Dur: ein Gedicht. Und das soll nur ein halbes Streichorchester sein? Da galt es, ganz tief durchzuatmen, sich einfach fallen zu lassen in die weichen, dann tĂ€nzelnden, heiteren und trĂ€umenden KlĂ€nge und wieder aufzutauchen im lebhaften Finale. Zum allerersten Mal im DSP-Programm: „Oblivion“ von Astor Piazzolla, dessen Geburtstag sich im kommenden Jahr zum einhundertsten Mal jĂ€hrt.

 

Der argentinische Bandoneon­Spieler und Komponist, BegrĂŒnder des Tango Nuevo, legte das StĂŒck 1972 vor – eine perfekte Kombination von klassischer Musik und Tango, bei der es sich Dirigent Hentrich nicht nehmen ließ, selbst zur Violine zu greifen.

 

Hochaktuelle Zugabe

Mit Vivaldis „Sommer“ aus „Die vier Jahreszeiten“ beendete das Orchester das Konzert und ließ sich nach brandendem Applaus nur zu gern eine Zugabe abbetteln – eine hochaktuelle, denn der Komponist Ennio Morricone – jeder kennt sein „Spiel mir das Lied vorn Tod“ – starb erst vor wenigen Tagen.

 

Mit einer wunderbaren Umsetzung des knapp viereinhalbminĂŒtigen Songs „Deborahs Theme“, dem dritten Titel des 1984 von Sergio Leone verfilmten Gangster Epos „Es war einmal in Amerika“ verabschiedeten sich die Akteure des Abends. Das Publikum klatschte noch, als sie die BĂŒhne lĂ€ngst verlassen hatten. Unglaublich, was diese jungen Musiker in sage und schreibe vier Probentagen in Weikersheim erarbeitet haben.

 

Eigens komponiertes Werk

Bereits am Donnerstag reiste die andere HĂ€lfte der Deutschen Streicherphilharmonie an, um ebenfalls unter Corona-Bedingungen erstmals wieder gemeinsam zu proben.

 

Neben DvořĂĄk, Piazzolla und Vivaldi stehen dann zeitgenössische Werke von Karl Jenkins, Dietrich Zöllner und Leroy Anderson auf dem Programm. Besonders spannend dĂŒrfte dabei „Poco lnsanimus“ werden, ein eigens von Zöllner fĂŒr die DSP komponiertes Werk, das erst am 10. Januar diesen Jahres im Dresdner Kulturpalast seine UrauffĂŒhrung erlebte.

 

Inge Braune (FrÀnkische Nachrichten, 11.07.2020)

Wacken:Music:Camp goes digital

Erstmalig finden ab dem 4. Juli 2020 die Wacken:Digi:Sessions statt. Diese krisenfeste Alternative zum beliebten Wacken:Music:Camp wurde entwickelt, da aufgrund der Corona-Krise die Musikfreizeit nicht wie gewohnt durchgefĂŒhrt werden kann. Die jungen Metalheads können dank des digitalen Konzepts trotz Corona-EinschrĂ€nkungen online eigene Bands zu grĂŒnden und musikalisch kreativ werden: Nur auf das W:O:A-FestivalgelĂ€nde muss in diesem Jahr verzichtet werden.

 

„Wir wollen auch in diesen besonderen Zeiten den Jugendlichen die Möglichkeit geben, sich kreativ auszuleben und ihrer musikalischen Leidenschaft nachzugehen. Daher wird es 2020 ein ‘virtuelles Camp‘ geben“, so Matthias Edeler vom Landesverband der Musikschulen in Schleswig-Holstein, der das Projekt gemeinsam mit Enno Heymann von der Wacken Foundation leitet.

 

Statt das Wacken:Music:Camp ersatzlos abzusagen, haben sich die beiden Projektleiter nicht entmutigen lassen und kurzerhand das Konzept der Wacken:Digi:Sessions entwickelt. Das Programm des sonst einwöchigen Musikcamps auf dem W:O:A-FestivalgelĂ€nde wird nun auf zwei Wochen gestreckt. Die Teilnehmenden erhalten online Instrumental-, Gesangs- und Songwritingworkshops und nehmen an einer eintĂ€gigen Aufnahme-Session in einem Tonstudio teil. Wie beim W:M:C werden auch bei den Wacken:Digi:Sessions die Workshops durch namhafte Musiker der Szene geleitet, u.a. durch Noa Gruman von „Scardust“, Nibbs Carter von „Saxon“ und Linus Klausenitzer von „Obscura“.

 

Unter dem Motto "Selber Musik machen auf dem W:O:A-FestivalgelĂ€nde" findet das Wacken:Music:Camp bereits seit 2014 immer in den schleswig-holsteinischen Sommerferien statt. Das Camp wird vom Landesverband der Musikschulen in Schleswig-Holstein in Kooperation mit Kurs 54°N Verein Kulturraum Steinburg veranstaltet und u.a. durch die Wacken Foundation gefördert. Fortgeschrittene Bandmusiker und Musikneulinge im Alter von 13 bis 17 Jahren grĂŒnden in inspirierender Camp-AtmosphĂ€re eigene Bands und schreiben eigene Songs. Schon seit GrĂŒndung des Projekts stehen die Aspekte Teamgeist, Do-it-yourself-Haltung und kreative Freiheit im Mittelpunkt. Das Konzept der Wacken:Digi:Sessions bietet die Möglichkeit, auch in Corona-Zeiten bei genau diesen Aspekten keine Abstriche machen zu mĂŒssen. Den Veranstaltern ist es wichtig, den Jugendlichen auch in der aktuellen Krisenzeit kreative EntfaltungsrĂ€ume zu bieten.

 

Weitere Informationen unter https://musikschulen-sh.de/

Deutsche Streicherphilharmonie nimmt Proben- und Konzertbetrieb wieder auf

Ein halbes Jahr seit ihrem letzten Konzert ist vergangen – jetzt ist es wieder soweit: Die Deutsche Streicherphilharmonie startet am 4. Juli mit ihren Proben und gibt am 8. Juli ihr erstes Konzert seit den Corona-Schließungen.

 

Nach dem bejubelten Auftakt ihrer Deutschlandtournee im JubilĂ€umsjahr „30 Jahre deutsche Einheit“ im Dresdner Kulturpalast mussten die Konzerte des jĂŒngsten Bundesauswahlorchesters im FrĂŒhjahr und Sommer von den Veranstaltern abgesagt werden. Mit zwei Online-Konzerten, bei denen der junge Stargeiger Stephen Waarts von San Francisco aus mitwirkte, ĂŒberbrĂŒckten die 11- bis 20-jĂ€hrigen Musikerinnen und Musiker und ihr Chefdirigent Wolfgang Hentrich die vielen Wochen ohne Proben- und Konzertmöglichkeiten.

 

Hentrich, Erster Konzertmeister der Dresdner Philharmonie, und das Organisationsteam der Deutschen Streicherphilharmonie in Bonn bewahrten sich bei allen Widrigkeiten die Hoffnung, statt der abgesagten fast dreiwöchigen Sommertournee zumindest fĂŒr kurze Zeit den Orchestermitgliedern einen „echten“, nichtvirtuellen Probenraum schaffen zu können.

 

Mit der Musikakademie Schloss Weikersheim, die von der Jeunesses Musicales Deutschland (JMD) betrieben wird, und dem Veranstalter der neuen TauberPhilharmonie Weikersheim standen von Beginn an zwei Partner zur VerfĂŒgung, die diese PlĂ€ne mit grĂ¶ĂŸtmöglicher FlexibilitĂ€t unterstĂŒtzten.

 

Die Idee, zwei aufeinanderfolgende fĂŒnftĂ€gige Probenphasen in jeweils halber Besetzung (etwa 35 Orchestermitglieder) durchzufĂŒhren und mit je einem Konzert in der TauberPhilharmonie zu beenden, schien aufgrund der großzĂŒgigen Proben- und Unterkunftsbedingungen in Schloss, Konzertsaal und Logierhaus durchaus realistisch. Die JMD hatte ein ausgeklĂŒgeltes Sicherheits- und Hygienekonzept entwickelt und wartete auf die behördliche Genehmigung zur Wiederaufnahme des Akademiebetriebs.

 

Knapp drei Wochen vor Beginn der ersten Probenphase erhielten die jungen Musikerinnen und Musiker dann die lang ersehnte Nachricht: Es darf vor Ort geprobt und konzertiert werden. WĂ€hrend in Weikersheim rasch die Werbetrommel fĂŒr die beiden Konzerte am 8. und 12. Juli gerĂŒhrt wurde, bereiteten sich die Orchestermitglieder, das langbewĂ€hrte Dozententeam vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und Chefdirigent Wolfgang Hentrich auf die intensive Probenzeit vor. Schließlich gilt es, auch in der ungewohnt geteilten Besetzung die hohe QualitĂ€t der musikalischen Ausbildung zu prĂ€sentieren, fĂŒr die das junge Spitzenensemble der Musikschulen steht.

 

Die Chancen, das nĂ€chste Konzert dann wieder in grĂ¶ĂŸerer Besetzung spielen zu können, stehen gut: Die BĂŒhne des Konzerthauses Berlin bietet auch unter BerĂŒcksichtigung der aktuell notwendigen Abstandsregeln Platz fĂŒr ein großes Streicherensemble. Am 30. September 2020 spielt die Deutsche Streicherphilharmonie dort unter anderem mit dem gefeierten Solisten Alexej Gerassimez das Marimbaphonkonzert Nr. 1 von Ney Rosauro. Auch hierfĂŒr wird in Weikersheim intensiv geprobt.

 

1973 als Rundfunk-Musikschulorchester der DDR gegrĂŒndet ist das Ensemble bereits seit vielen Jahren ein klingender Botschafter einer erfolgreichen Wiedervereinigung. Seit 1991 hat es seinen Sitz in Bonn in der TrĂ€gerschaft des Verbands deutscher Musikschulen (VdM). Die Deutsche Streicherphilharmonie wird gefördert durch das Bundesministerium fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

 

Weitere Informationen unter www.deutsche-streicherphilharmonie.de

 

Presseservice:

DSP-Logo und Fotos sind abrufbar unter www.musikschulen.de/service/presse/pressematerial/downloads-presse/index.html

 

Pressekontakt:

 

Brigitte Baldes

Gesamtleitung Deutsche Streicherphilharmonie

VdM Verband deutscher Musikschulen e.V.

Tel.: 0228/95706-15

baldes( at )musikschulen.de

 

Claudia Wanner

Pressesprecherin
Verband deutscher Musikschulen e.V.
Tel.  0228/95706-21
presse( at )musikschulen.de

 

Vergesst nicht die Musik!

Was als unmittelbare Reaktion auf die Corona-Pandemie bildungspolitisch nachvollziehbar war, darf nicht zum Normalzustand werden: der Wegfall des Musikunterrichts zugunsten der sogenannten KernfĂ€cher. WĂ€hrend weltweit Spontankonzerte den Menschen Trost in einer dunklen Zeit spendeten und mit Streamingkonzerten die emotional-kĂŒnstlerischen BedĂŒrfnisse der Menschen stillten, verstummte der Musikunterricht an Schulen nahezu vollkommen, wie eine aktuelle bundesweite Umfrage des Bundesverbandes Musikunterricht (BMU) ergab: Im digitalen Distanzunterricht ließ die Aufgabenflut anderer FĂ€cher kaum Raum fĂŒr die Auseinandersetzung mit Ă€sthetischen Fragestellungen. Nach dem allmĂ€hlichen Hochfahren des PrĂ€senzunterrichts wurde der Mangel an Personal und RĂ€umen als BegrĂŒndung angefĂŒhrt. „Das Musizieren im Keyboardraum wird wegen der Infektionsgefahr untersagt, wĂ€hrend der Informatikraum selbstverstĂ€ndlich genutzt wird“, so eine Gymnasiallehrerin in der Umfrage.

 

Vor allem aber scheint sich das Bild von singenden Menschen als „Superspreader“ festgesetzt zu haben. „Dabei kann vielfĂ€ltiger Musikunterricht auch gelingen, solange das Singen nur eingeschrĂ€nkt möglich ist: Musikhören, Musikgeschichte, der reflektierende Umgang mit Musik und instrumentales Musizieren sind zentrale Bereiche musikalischer Bildung an Schulen“, so BMU-PrĂ€sident Michael Pabst-Krueger. „Die besondere Kraft der Kunst, der Enthusiasmus, der sich im Konzert auf die Zuhörer ĂŒbertrĂ€gt, ist auch Tag fĂŒr Tag im Klassenzimmer erlebbar.“

 

Im kommenden Schuljahr muss unter Einhaltung der jeweils gebotenen Abstands- und Hygieneregeln daher nicht nur der regulĂ€re Musikunterricht wieder erteilt, sondern auch eine behutsame Wiederaufnahme musikpraktischer Arbeitsgemeinschaften ermöglicht werden: Nur so können wir ein Ensemblesterben verhindern, das in den Schulen einen massiven Flurschaden hinterlassen wĂŒrde. In einer Zeit, in der Kinder und Jugendliche mit sehr starken EinschrĂ€nkungen im Freizeitbereich leben mĂŒssen und ihre sozialen Kontakte unter Gleichaltrigen verlieren, dĂŒrfen wir ihnen die Musik nicht auch noch wegnehmen: Musik und die anderen kĂŒnstlerischen FĂ€cher sind zurzeit wichtiger denn je!

Weitere Informationen des BMU zum Thema Corona-Virus und Musikunterricht: https://www.bmu-musik.de/service/digitaler-musik-unterricht-zu-zeiten-der-covid-19-pandemie

 

https://www.bmu-musik.de

Kulturminister Wolf besucht wiedereröffnete Musikschule Koblenz: ?Musikunterricht ist existenziell wichtig?

Nach dem Shutdown aufgrund der Corona-Pandemie konnten auch die Musikschulen in Rheinland-Pfalz seit dem 13. Mai ihren Unterricht wiederaufnehmen. Einzelunterricht und Unterricht in Kleinstgruppen war bereits ab dem 3. Mai wieder ermöglicht worden. Kulturminister Konrad Wolf hatte die Wiedereröffnung zum Anlass genommen und die Musikschule in Koblenz besucht.

 

Gemeinsam mit der Kulturdezernentin der Stadt Koblenz und PrĂ€sidentin des Landesverbands der Musikschulen Rheinland-Pfalz, Margit Theis-Scholz, informierte sich der Minister ĂŒber die Wiederaufnahme des instrumentalen und gesanglichen Musikunterrichts unter Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen.

 

„Ich freue mich, dass der PrĂ€senzunterricht nun wieder stattfinden kann. Ich bin beeindruckt, wie die Lehrerinnen und Lehrer hier an der Musikschule der Stadt Koblenz auch wĂ€hrend der Schließung Wege gefunden haben, den Unterricht weiter aufrechtzuerhalten. Musikunterricht ist existentiell wichtig und fĂŒr SchĂŒlerinnen und SchĂŒler ein bedeutender Baustein zum eigenstĂ€ndigen musikalischen Arbeiten“, so Kulturminister Konrad Wolf. „Wenngleich es EinschrĂ€nkungen gibt und die Schutz- und Hygienevorschriften Beachtung finden mĂŒssen, habe ich den Eindruck gewonnen, dass der Unterrichtsbetrieb gut lĂ€uft und man das Beste ermöglicht.“

 

„Die Corona bedingten UmstĂ€nde haben die Schulleitung und LehrkrĂ€fte unserer Musikschule vor große Herausforderungen gestellt, die sie hervorragend gemeistert haben. Schnell und flexibel reagierten hier alle vor Ort um sowohl mit digitalen Formaten den Kontakt zu SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern zu ermöglichen als auch die Verbindung zu den Eltern nicht abreißen zu lassen“, betonte Theis-Scholz. „FĂŒr viele Kinder und Jugendliche war der online organisierte Musikunterricht sicher eine willkommene Abwechslung in der Home-Schooling-Phase, aber auch Gelegenheit ihre musikalischen FĂ€higkeiten weiterhin vertiefen zu können.“ 

 

Dank kreativer Ideen und alternativer Unterrichtsmethoden konnte mit Hilfe von Onlineunterricht und individueller Betreuung die KontinuitĂ€t des Unterrichts an der Musikschule in Koblenz gewĂ€hrleistet werden. Die Musikschule, in der TrĂ€gerschaft der Stadt Koblenz, ist die drittgrĂ¶ĂŸte Musikschule in Rheinland-Pfalz. Sie hat 60 LehrkrĂ€fte und unterrichtet ca. 3000 Belegungen von SchĂŒlerinnen und SchĂŒlern. Das Unterrichtsangebot der Musikschule umfasst Instrumentalunterricht und Gesang. DarĂŒber hinaus werden zahlreiche Ensemble- und ErgĂ€nzungsfĂ€cher angeboten.

 

Rheinland-Pfalz hat 42 kommunal getragene Musikschulen im Land mit ca. 1.660 MusikschullehrkrĂ€ften. Die Landesregierung bewilligte im letzten Doppelhaushalt einen Landeszuschuss von 3,0 Millionen Euro in 2019 und 3,2 Millionen Euro in 2020 fĂŒr die 42 kommunalen Musikschulen, die Mitglied im Landesverband der Musikschulen in Rheinland-Pfalz sind. Damit stieg die Landesförderung um 400.000 Euro zum Jahr 2018.

 

„Wir unterstĂŒtzen die kommunalen Musikschulen als verlĂ€sslicher Partner. Sie haben wichtige kultur- und bildungspolitische Aufgaben in unseren StĂ€dten, Kreisen und Gemeinden, denn sie fĂŒhren Kinder, Jugendliche und Erwachsene an Musik heran und regen zum eigenen Musizieren an. Damit tragen sie entscheidend dazu bei, dass wir in unserem Land ĂŒber eine vielfĂ€ltige Musikkultur verfĂŒgen“, ergĂ€nzte der Minister.

 

(Quelle: Land Rheinland-Pfalz)

Kommunale Spitzenverbände für Öffnung schulischer Räume für Musikschulen und Volkshochschulen

Die Kommunalen SpitzenverbĂ€nde (Deutscher StĂ€dtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher StĂ€dte- und Gemeindebund) setzen sich mit Nachdruck fĂŒr die Wirkungsmöglichkeiten der Musikschulen und Volkshochschulen auch in Zeiten von Corona ein. In ihren Schreiben an ihre Mitglieder weisen sie darauf hin, dass kulturelle Bildungseinrichtungen wie Musikschulen und Volkshochschulen bei der Wiederöffnung schulischer RĂ€umlichkeiten fĂŒr außerschulische Bildungsangebote und bei der Planung der Schulraumnutzung angemessen berĂŒcksichtigt werden sollen: „Die Belange der außerschulischen Bildungseinrichtungen, insbesondere Musikschulen und Volkshochschulen, sollten bei den Konzepten der SchultrĂ€ger berĂŒcksichtigt werden.“, schrieb der Deutsche Landkreistag an die Mitglieder des Kulturausschusses und seine LandesverbĂ€nde.

Damit reagieren die Kommunalen SpitzenverbĂ€nde auf das „Rahmenkonzept der Kultusministerkonferenz zum Thema Schulöffnungen“ der Kultusministerkonferenz vom 28. April 2020.

 

Als SchultrĂ€ger wie auch als TrĂ€ger der SchĂŒlerbeförderung haben die Kommunen bei der Öffnung der Schulen und der Wiederaufnahme des Schulbetriebes an allgemein bildenden Schulen dabei die Anforderungen an Hygiene und Infektionsschutz zu gewĂ€hrleisten. FĂŒr den Deutschen StĂ€dte- und Gemeindebund (DStGB) sei es allerdings wichtig, neben diesen Anforderungen „auch die Belange der außerschulischen Bildungseinrichtungen bei den Konzepten zu berĂŒcksichtigen. Das gilt insbesondere fĂŒr Musikschulen und Volkshochschulen“, da von diesen vielfach die RĂ€umlichkeiten der allgemein bildenden Schulen am Nachmittag und Abend genutzt werden. „Als wesentliche Bestandteile der kommunalen Bildungslandschaft mĂŒssen sie bei den Planungen angemessen berĂŒcksichtigt werden.“, betont der DStGB (DStGB-Aktuell vom 7.5.2020).

 

Ebenso erklĂ€rt der Deutsche StĂ€dtetag (DST), dass Musikschulen und Volkshochschulen „in besonderem Maße davon abhĂ€ngig, dass außerschulische Bildungsangebote wieder in RĂ€umlichkeiten öffentlicher Schulen durchgefĂŒhrt werden können.“   Sie seien „zentraler Bestandteil des kulturellen Bildungsauftrags der StĂ€dte und sollten daher bei der organisatorischen Planung und Wiederaufnahme des Schulbetriebs mitbedacht werden.“ (Schreiben des DST an seine Fachbereiche Bildung und Kultur vom 22.5.2020).

 

AuszĂŒge aus den Schreiben der Kommunalen SpitzenverbĂ€nde

Wir nutzen Cookies auf unserer Website um diese laufend für Sie zu verbessern. Mehr erfahren